Land unter!!

Habe ich doch - fast - schon vergessen, wo wir hier nun bei sage und schreibe 35,5 ° C im Schatten sitzen, dass letzte Woche das Wetter ein anderes Extrem zeigte...

 

 





Mittwoch Abend hatten wir hier nämlich ein Unwetter vom Feinsten!!!

Gerade war das Essen fertig - alles stand schon draußen auf dem schön gedeckten Tisch - als es urplötzlich heftig zu regnen begann!! Hoppla, konnten die Mädels dann aber schnell alles ins Zelt bringen!!! Alles Leckere vor dem Ertrinken gerettet, wollten wir uns gemütlich im Zelt niederlassen (das Zelt ist ja riesig, da passt ein kleiner Tisch mit Campingstühlen locker rein!), als uns der erste äußerst heftige Donnerschlag ganz schön erschreckte!!

 

Was tun? Essen stehen lassen, ab ins Auto? Hinsetzen und trotz Gewitter erst einmal essen? Mutter hatte Hunger, also Kompromiss: Teller mit Essen füllen und Blitz und Donner abwarten, um festzustellen, wie nah das Gewitter wirklich ist, um im Zweifelsfall - samt Teller natürlich! - ins Auto zu verschwinden! J

 

Ooookay, schätzungsweise noch 3-4 km entfernt, Tendenz näherkommend... egal! Das musste reichen zum Essen (hatte ich schon erwähnt, dass ich einen Bärenhunger hatte? Es war inzwischen immerhin schon 22 Uhr und das Mittagessen war aufgrund des verspäteten Frühstücks ausgefallen! *grins* )

 

Also flott das leckere, von den beiden Mädels zubereitete Essen – Gnocci mit Rahmsauce, dazu eine Riesenschüssel griechischer Bauernsalat und als Nachtisch griechischer Joghurt mit Honig, mmmmhhhmm – gegessen! Glück gehabt! Gerade waren wir fertig, als es blitzte und sofort (!!!) danach laut krachte!! Das Gewitter war wohl inzwischen unmittelbar über uns!!

 

Oho, nun schnell, eine Decke, eine Lampe, "Reiseproviant" in Form von Saftschorle und Kanbberzeug, Kinder und Hund ins danebenstehende Auto verfrachtet! In dem Moment, als wir die fünf Meter zum Auto hinüber spurteten, fing es an zu schütten, wie ich es noch nie erlebt habe!! Als ob man sich unter die voll aufgedrehte Dusche stellt! Klar, dass wir patschnass das Auto erreichten….

 

Unglaubliche Mengen Wasser kamen innerhalb weniger Minuten vom Himmel! Der Boden vor dem Zelt hatte sich inzwischen in einen mittelgroßen Teich verwandelt! Ach, Du Schreck!!

 

Hoffentlich war die Bodenplane hinten auch ordentlich hochgezogen und das Zeltdach genügend gespannt und die Abspannung unter dem Vorzelt ausreichend, damit sich nicht wieder ein riesiger Wassersack ansammelt!! Und hoffentlich sind die Heringe festgenug drin (die hatten wir aufgrund der bisherigen Trockenheit gar nicht so weit wie sonst hineinschlagen können!)!! Das war ja der erste Regen, seit das Zelt stand!!

 

Nee, nee, das waren mir zu viele offene Fragen, zumal wir ja auch noch unsere ganzen Elektroteile (Kamera, Netbook usw.) im Zelt hatten!! Also Augen zu und durch!! Puuuhh, Glück gehabt, bisher kein Wasser im Zelt! Aber die Heringe mussten weiter rein, also Gummihammer suchen und los ging es! (Ja, ich war so intelligent und habe mir vorher noch einen Anorak angezogen! ;-)

 

Allerdings hing das Vorzelt doch schon etwas durch, die Abspannung war zu locker gewesen! Also von unten dagegen gedrückt - Platsch, kam das ganze Wasser herunter (hoffentlich ist das nicht den Zeltnachbarn unten reingelaufen… da war nämlich zwei Minuten später hektische Regsamkeit im Zelt zu beobachten… uppps…)

 

Nachdem das Zelt nun sicher stand, konnten wir gemütlich im Auto das Ende des Gewitters abwarten! Das sah draußen vielleicht auch: Blitz und Donner in schneller Folge, dazu der wolkenbruchartige Regen – die reinste Weltuntergangsstimmung!!

Aber eine gute Stunde später war der Spuk vorbei! Es regnete nur noch „normal“, das Gewitter hatte sich in Richtung Schwarzwald verzogen! Als wir aus dem Auto ausstiegen und uns umschauten, sah es schon beeindruckend aus: Ein großer Teil der Wiesen stand unter Wasser, riesige Pfützen zeigten an, wo vorher unser Weg gewesen war! Klar, nach so langer Trockenheit war der Boden steinhart, so dass das Wasser nicht versickern konnte!

 

Die größte „Überraschung“ war allerdings unser Zeltboden… die Bodenplane war absolut dicht, kein Tröpfchen Wasser war ins Zelt geraten… aber dafür literweise UNTER unser Zelt!!! Mit jedem Schritt schwabbelte und gluckerte das Wasser unter der Bodenplane!!! Tja, in der Nacht durfte Genna erstmals ein echtes Wasserbett testen!! *lach*

 

Fotos gibt es von der ganzen Aktion leider keine, die Kamera lag gut verstaut im trockenen Zelt ;-)

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